Ö3-Wecker-Stimme Daniela Zeller
„Mein zwanghaftes Essen:
Ein Schrei nach Zuwendung und Liebe“ |
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Foto: Norbert Ivanek |
Das Thema Essen war für mich seit jeher ein wichtiges, ja teilweise übermächtiges Thema. Seit ich denken kann, wollte ich stets mindestens 5 Kilo weniger auf die Waage bringen, als ich tatsächlich hatte. Ich habe grundsätzlich die Neigung zum zwanghaften Essen, doch es war ein großer, schwieriger Schritt, mir das einzugestehen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Mit Hilfe eines Therapeuten lernte ich schließlich zu verstehen, wofür Essen oder nicht Essen in meinem Leben lange stand. So waren die Verweigerung der Nahrung und die dadurch ausgelösten Heißhungerattacken vor allem in meinen Teenagerjahren ein Hilferuf nach Liebe und Zuwendung. In der Therapie habe ich aber erkannt, dass wahre Nähe zu Menschen nur dann möglich ist, wenn man beginnt seine Zwänge anzuerkennen, darüber zu sprechen und sie letztlich auch zu überwinden.
Erst im letzten Jahr habe ich dann wirklich gelernt bewusst und zwanglos mit dem Thema Essen umzugehen. Dabei hat mir, neben der Gesprächstherapie, auch Ashtanga-Yoga sehr geholfen, weil ich dadurch die Bedürfnisse meines Körpers besser spüren und ihnen rascher nachgeben kann. Seitdem gewinne ich zunehmend an persönlicher Freiheit und Lebensfreude.
Zu meinem neuen Bewusstsein und Körpergefühl gehört es heute, nur dann zu Essen wenn ich wirklich hungrig bin und aufzuhören, wenn ich mich satt fühle; früher war das ganz anders. Ich esse viel Obst und Gemüse, weil es mir einfach schmeckt, aber auch ein Stück Kuchen, Schokolade oder fetten Käse, wenn ich wirklich Lust darauf habe.
Erstaunlicherweise nehme ich trotzdem kein Gramm zu. Das stärkt das Vertrauen in meinen Körper und die Signale, die er gibt. So ernähre ich mich heute tatsächlich viel bewusster, gesünder und ausgewogener als früher, vor allem aber bin ich frei von alten Zwängen, Ge- und Verboten.
Auf den Punkt gebracht:
„Erst in der Therapie lernte ich die wahren Gefühle hinter meinem zwanghaften Essverhalten kennen.“
„Die Verweigerung des Essens war ein Schrei nach Zuwendung und Liebe.“
„Mit Hilfe von Psychotherapie und Yoga zu persönlicher Freiheit und Lebensfreude.“
„Seit ich auf die Signale meines Körpers höre, ernähre ich mich ohne Kontrolle viel ausgewogener und gesünder.“
„Heute esse ich wenn ich hungrig bin und genieße bewusst worauf ich Lust habe – ohne ein Gramm zuzunehmen.“
Zur Person:
Daniela Zeller, geboren im November 1976, startete ihre Karriere 1998 als Moderatorin und Redakteurin bei einem Wiener Privatradiosender. Seit 1999 ist sie bei Ö3, seit Sommer 2000 weckt sie 2 Millionen Österreicher täglich. Außerdem ist sie als Moderatorin von Galas, Kolumnistin („Am Punkt“ jeden Sonntag in der Krone Bunt) und Autorin („Die ganze Wahrheit“) erfolgreich. Die wortgewandte und schlagfertige Niederösterreicherin gibt ihr Wissen als Kommunikationsexpertin auch im Rahmen von Seminaren weiter.
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