Institut für Menschen mit Esstörungen
Beratungs- und Informationszentrum für Essstörungen
 

 

Wiener Frauengesundheitsbeauftragte
Univ. Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger:
„Gemeinsam gegen krankmachende Schlankheitsideale auftreten“

 
   
Foto: Hubert Dimko

Essstörungen nehmen in bedrohlichem Ausmaß zu. Unter dem Druck von Schönheitsidealen, scheinbaren gesellschaftlichen Ansprüchen und einer Modewelt, die jenseits von realen Konfektionsgrößen agiert, bereitet das Thema Essen immer mehr Menschen, besonders Frauen und Mädchen, Probleme. Angebote und Maßnahmen, die diesem Besorgnis erregenden Trend entgegen wirken, halte ich daher für ganz besonders wichtig.

Eine aktuelle Studie der Karmasin Motivforschung im Auftrag des Wiener Programms für Frauengesundheit belegt, dass rund 60 % der Österreicherinnen auf Grund medialer Vorbilder mit ihrem Körpergewicht unzufrieden sind und bereits mindestens ein Mal eine Diät gemacht haben. Als Motive für diese Diäten werden hauptsächlich Streben nach Schönheitsidealen und nach einem höheren Selbstwertgefühl genannt.

Darum haben wir in Wien die „Initiative S-O-Ess gegen ungesunde Schlankheitsideale“ ins Leben gerufen, die unter dem Motto „No BODY is perfect“ gemeinsam mit VertreterInnen aus Mode, Werbung, Medien, Wirtschaft, Industrie und Politik gegen krankmachende Vorbilder und für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Kampf gegen Essstörungen eintritt.

Natürlich ist auch die Aufklärung der gesamtösterreichischen Bevölkerung über Essstörungen wichtig, es ist notwendig, das Thema zu enttabuisieren und niederschwellige Hilfsmöglichkeiten, wie die Hotline für Essstörungen 0800 20 11 20, anzubieten. Dies tun wir in Wien seit 1998 und es ist gut und begrüßenswert, dass nun auch ganz Österreich informiert wird.

Auf den Punkt gebracht:

„Unter dem Druck von Schönheitsidealen, scheinbaren gesellschaftlichen Ansprüchen und einer Modewelt, die jenseits von realen Konfektionsgrößen agiert, bereitet das Thema Essen immer mehr Menschen, besonders Frauen und Mädchen, Probleme.“

„60 % der Österreicherinnen sind auf Grund medialer Vorbilder mit ihrem Körpergewicht unzufrieden.“

„Die Aufklärung der gesamtösterreichischen Bevölkerung über Essstörungen ist wichtig und es ist notwendig, das Thema zu enttabuisieren und niederschwellige Hilfsmöglichkeiten wie die Hotline für Essstörungen 0800 20 11 20 anzubieten.“

Zur Person:
Univ. Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger ist Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, Klinische und Gesundheitspsychologin und seit Jahrzehnten als Wissenschafterin für Frauengesundheit eine international angesehene Expertin.

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