Institut für Menschen mit Esstörungen
Beratungs- und Informationszentrum für Essstörungen
 

 

Bernhard Wappis – Institut sowhat:
„Hilfe beim Ablegen des Essstörungs-Korsetts“

 
   
Foto: IntMedCom

Viel war in den letzten Monaten von „Magermodels“ und dem unmenschlichen Druck der Modebranche und Medien die Rede. Das ist durchaus begrüßenswert, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass über die Gefahren von Essstörungen für die breite Bevölkerung, noch nie in einer Österreichweiten Kampagne berichtet wurde.

Dies soll sich durch unsere im Mai beginnende Aufklärungskampagne ändern. Ziel ist es dabei ein allgemeines Verständnis für die vielfach noch immer unverstandenen Krankheiten Magersucht, Bulimie und Essanfälle zu erzeugen und die breite Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren. Dies tun wir mit Inseraten in Zeitungen und Zeitschriften, mit Spots im Fernsehen und Radio sowie durch redaktionelle Berichterstattung in bedeutenden Medien.

Eine Essstörung ist wie ein Korsett, das sich die Betroffenen im Laufe ihres Lebens unter dem Druck psychischer Belastungen anlegen, um sich so vor seelischen Verletzungen zu schützen. Als Psychologe, vor allem aber auch als einer, der selbst jahrelang mit Magersucht und Bulimie zu kämpfen hatte, weiß ich nur zu gut, wie schwer es ist, dieses einengende Korsett wieder abzulegen.

Ohne Unterstützung ist das nur in Ausnahmefällen zu schaffen. Je früher Betroffene Hilfe in Anspruch nehmen, desto schneller und leichter kann der Weg zurück in ein Leben gelingen, in dem Selbstvertrauen, Lebensfreude und Wohlbefinden wieder Platz finden.

Auf den Punkt gebracht:

„Essstörungen beschränken sich leider nicht auf die Modewelt, sie betreffen die ganze Bevölkerung.“

„Die erste österreichweite Aufklärungskampagne in Sachen Essstörungen soll öffentliches Bewusstsein und Verständnis für diese schweren psychischen Erkrankungen schaffen.“

„Betroffene brauchen Hilfe, um das einengende Korsett einer Essstörung wieder ablegen zu können.“

Zur Person:
Mag. Bernhard Wappis litt früher selbst an Magersucht und Bulimie und setzte sich im Zuge seines Psychologiestudiums eingehend mit der Problematik von Essstörungen und den Gefahren gesellschaftlich geprägter Schönheitsideale auseinander. Er ist beim Institut „sowhat“ maßgeblich für die Koordination und Durchführung der Essstörungskampagne zuständig.

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