Modedesigner Thang de Hoo:
„Magersucht beginnt nicht erst am Laufsteg!“ |
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Foto: Mischa Nawrata |
Die Film- und Werbeindustrie sowie international einflussreichen Medien, allen voran Zeitschriften aber auch TV, tragen zweifellos gemeinsam mit der Mode-Industrie die Verantwortung für die Verbreitung eines teilweise unerreichbaren Schönheitsideals. Frauen mit einem „Normalkörper“, jedoch mit einem gestörten Selbstwertgefühl, lassen sich dadurch beeinflussen und setzen sich selbst stark unter Druck irreale Idealmaße zu erreichen – Essstörungen und Magersucht sind die Folge.
Eine Veränderung dieses Trends geht aber nicht von heute auf morgen und kann nur im Rahmen eines Schulterschlusses aller Beteiligten gelingen. Solange Frauen mit einem makellosen Körper die Titelseiten der Magazine bekleiden und normale Kleidergröße (ab Größe 36) keinen Platz haben, kann und wird sich am gängigen Schönheitsideal so schnell nichts ändern.
Dennoch oder gerade deshalb ist es mir als österreichischer Designer ein persönliches Anliegen, die erste österreichweite Aufklärungskampagne über Essstörungen persönlich zu unterstützen. Denn Magersucht beginnt ja nicht erst am Laufsteg: wie jeder „Essgestörte“ haben auch Magermodels ihre ganz eigene Biographie und Geschichte, die eine so schwere Erkrankung dann unter dem Druck der Branche und übersteigerter Schönheitsideale zum Ausbruch bringt.
Hier wäre es Aufgabe des sozialen Umfeldes, allen voran die Familie, Freunde und Ausbildner angehender Models, das Selbstvertrauen der jungen Mädchen schon frühzeitig zu stärken und unrealistische Erwartungen abzubauen. Eine derart gestärkte Persönlichkeit kann und wird auch im harten internationalen Modegeschäft ohne Magersucht ihren Weg machen – denn Schönheit lässt sich nicht nur auf den Körper reduzieren.
Auf den Punkt gebracht:
„Eine Veränderung des gängigen Schönheitsideals kann nur durch einen Schulterschluss von international einflussreichen Medien und Topdesignern aber auch durch die „Gesellschaft“ gelingen.“
„Magersucht beginnt nicht erst am Laufsteg: jedes „Essgestörte“ Model hat seine individuelle Geschichte.“
„Familien, Freunde und Ausbildner sind gefragt, um frühzeitig das Selbstvertrauen angehender Models zu stärken und sie vor überhöhten Erwartungen zu schützen.“
Zur Person:
Thang de Hoo ist mehrfach ausgezeichneter Stardesigner des Modehauses Liska und einer der wenigen international bekannten Topdesigner Österreichs.
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