Essstörungen – Wenn die Seele hungert
Wer zuviel abnimmt, verliert mehr als nur ein paar Kilo …
Magermodels sind nur die Spitze des Eisberges …
Die Berichte über den Tod magersüchtiger Models reißen nicht ab: Nur wenige Monate nach dem Magersuchttod von Luisel Ramos ist im Februar auch ihre 18-jährige Schwester dieser heimtückischen Krankheit zum Opfer gefallen. Die Kommentare einzelner Modemacher zu derartigen Tragödien sind an Zynismus kaum zu überbieten.
So meinte Wolfgang Joop im vergangenen Oktober zum Tod des brasilianischen Fotomodells Ana Carolina Reston, die bei 1,74 m nur noch 40 Kilo (!) wog: "Wir leben nun einmal in einer Konsumgesellschaft, wo der Konsum regiert. Da muss man manchmal Opfer bringen." (Der Standard, 29. 12. 2006)
Trotz aller Dramatik sind diese tragischen Einzelschicksale aber nur die Spitze eines riesigen Eisberges namens Essstörungen, einem Krankheitsbild, das mittlerweile weite Teile der österreichischen Normalbevölkerung betrifft.
Essstörungen können jeden treffen!
Die Zahl der "ganz normalen" Betroffenen in Österreich wird von Fachleuten derzeit bereits auf rund 200.000 (!) geschätzt. Und darunter sind keineswegs nur modeverrückte Teenager, sondern Frauen und Männer unterschiedlichsten Alters, mit ganz individuellen Krankheitsursachen und -verläufen. Magersucht, Bulimie (Ess-Brechsucht) und andere Formen von Essstörungen (z.B. Esssucht) sind damit längst Volkskrankheit einer ganzen Generation.
Das Schlimme dabei: Jede noch so gut gemeinte Diät kann „Einstiegsdroge“ in einen Teufelskreis sein, der für 15-20% der Magersüchtigen im Langzeitverlauf sogar zum Tod führt. Daher sind alle Formen von Essstörungen schwerwiegende Erkrankungen, die unbedingt professionell behandelt werden müssen, um möglichst rasche Heilung und eine Rückkehr ins normale Leben zu ermöglichen.
Man verliert viel mehr als nur ein paar Kilo …
Die Betroffenen wissen nur zu gut, dass mit jedem Gramm Körpergewicht auch ein Stück der eigenen Persönlichkeit schwindet und Hobbys, soziale Kontakte, Lebenslust und Zukunftspläne sowie die Gesundheit auf der Strecke bleiben, wenn die Gedanken nur noch um die magische Zahl auf der Waage kreisen.
Ziele der Kampagne: Aufklären und sensibilisieren
Trotz dieser dramatischen Situation gab es bisher in Österreich noch keine nationale Aufklärungskampagne über die Gefahren von Essstörungen. Daher startet das Institut „sowhat“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend, Frau BM Dr. Andrea Kdolsky, im Mai 2007 die erste österreichweite Sensibilisierungskampagne, die ein öffentliches und positives Bewusstsein für die immer noch vielfach unverstandenen Krankheiten Magersucht, Bulimie sowie andere Formen von Essstörungen schaffen soll.
Initiator der Kampagne ist das 1993 gegründete Institut „sowhat“, das mittlerweile nicht nur rund 800 Menschen mit Essstörungen in Wien und Niederösterreich psychotherapeutisch, psychologisch und medizinisch betreut, sondern auch Beratungen für Betroffene und Angehörige anbietet, sowie eine Fülle von Informations- und Präventionsarbeitsaktivitäten setzt und somit ein wichtiges Kompetenzzentrum zum Thema „Essstörungen“ ist.
Fachlich unterstützt wird „sowhat“ bei der Kampagne vom erfahrenen Team der Essstörungshotline 0800 20 11 20 vom Wiener Programm für Frauengesundheit. Für die Umsetzung sorgt die international renommierte Werbeagentur Draftfcb Kobza, die damit nicht nur höchste Professionalität in die Öffentlichkeitsarbeit einbringt, sondern auch soziale Verantwortung im Sinn der Allgemeinheit übernimmt.
Ziel der Kampagne ist es, mit Hilfe von Inseraten in Zeitungen und Zeitschriften, Spots im Radio und Fernsehen die breite Öffentlichkeit auf die Problematik von Essstörungen aufmerksam zu machen und das allgemeine Krankheitsverständnis zu erhöhen.
Prominente unterstützen die Kampagne
Neben Frau Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky und der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten, ao. Univ. Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger, werden unsere Aktion auch noch weitere bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Öffentlichkeit unterstützen, darunter der international gefragte Mode-Designer Thang de Hoo, „Dancing-Star“ Mirjam Weichselbraun, die bekannte ATV-Ernährungsexpertin – „Du bist, was du isst“ – Sasha Walleczek und die sympathische Ö3-Wecker-Stimme von Daniela Zeller. |