Institut für Menschen mit Esstörungen
Beratungs- und Informationszentrum für Essstörungen
 

 

Behandlungsprogramm für Kinder und Jugendliche

Das Behandlungsprogramm für Kinder und Jugendliche richtet sich an Mädchen und Buben sowie Jugendliche von 10 bis 18 Jahren, die von einer Essstörung betroffen sind.

In einem ersten Gespräch wird geklärt, ob eine Aufnahme in das Programm angemessen und nach Maßgabe freier Plätze möglich ist.

Der Behandlungsrahmen und das Behandlungssetting berücksichtigen die gesetzlichen Regelungen und die besonderen Anforderungen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie die zentrale Bedeutung der Familie für Kinder, indem die Eltern/Bezugspersonen von Anfang an in die Behandlung miteinbezogen werden.

  1. Aufnahme
  2. Medizinische Betreuung
  3. Psychotherapeutische Begleitung
  4. Abschluss

1. Aufnahme

Das Erstgespräch wird von einer Ärztin und einer Psychologin gemeinsam mit dem Kind und einer Vertrauensperson des Kindes, im Idealfall beiden Elternteilen und ev. den älteren Geschwistern durchgeführt. Hier geht es um ein erstes Kennenlernen (Beziehungsaufbau und Vermittlung unseres ganzheitlichen Behandlungsansatzes) sowie um die Erhebung der wichtigsten anamnestischen Daten. Gleichzeitig erfolgt ein erstes Screening (medizinisch und psychologisch), ob die Kriterien für eine ambulante Behandlung erfüllt sind.

Im Anschluss daran wird in der Regel im Dienste einer optimalen Therapieplanung und Behandlungsmotivation eine psychologische Diagnostik durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Erhebung der persönlichen und familiären Ressourcen gelegt.

2. Medizinische Betreuung

Allgemeinmedizinische Betreuung
Im Zentrum der ersten Phase der medizinischen Betreuung stehen die Abklärung des körperlichen Zustandes und die Aufklärung über mögliche Folgen, Risiken und Begleiterscheinungen von Essstörungen.

Im weiteren Verlauf sind regelmäßige medizinische Kontrolltermine von den PatientInnen verpflichtend wahrzunehmen, um eine optimale medizinische Betreuung gewährleisten zu können.

Psychiatrische Betreuung
Da es bei Essstörungen u.a. zu depressiven Verstimmungen, zwanghaftem Verhalten oder Schlafstörungen kommen kann, ist oft eine psychiatrische Untersuchung zu Beginn des Behandlungsprogramms notwendig, um entsprechende medikamentöse Begleitung anbieten zu können. Bei Bedarf werden weitere Kontrolltermine vereinbart.

3. Psychotherapeutische Begleitung

Aufgrund unseres Verständnisses von Essstörungen liegt der Schwerpunkt des Behandlungsprogramms auf der Psychotherapie. Sie gibt den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien den Raum, sich mit ihrer Erkrankung, möglichen traumatischen Lebensereignissen und den Begleiterscheinungen einer Essstörung auseinander zu setzen, wie z.B. der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, dem blockierten Zugang zu den eigenen Gefühlen und den Auswirkungen auf Familie, Freundeskreis und Schule.

Psychotherapie wird im Einzel-, Gruppen- oder Familiensetting angeboten und findet in der Regel in einem Abstand von ein bis zwei Wochen statt. Nach Möglichkeit werden die Eltern oder Bezugspersonen intensiv miteinbezogen.

Das Team der PsychotheurapeutInnen von sowhat arbeitet nach verschiedenen gesetzlich anerkannten sowie angrenzenden und verwandten Methoden:

  • Personen- oder Klientenzentrierte Psychotherapie
  • Systemische Familientherapie
  • Integrative Gestalttherapie
  • Logotherapie und Existenzanalyse
  • Dynamische Gruppenpsychotherapie
  • Analytisch orientierte Gruppenpsychotherapie
  • Körpertherapie

4. Abschluss

Im Sinne der internen Qualitätssicherung und zur Abrundung der Behandlung ist ein Abschlussgespräch mit dem behandelnden Team vorgesehen, in dem der Behandlungsverlauf reflektiert wird.

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