Esssucht (Binge-Eating-Disorder)

Wann spricht man von Esssucht?

Esssucht kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten.

Wenn es zu wiederholten Essanfällen mit Verlust der bewussten Kontrolle über das Essverhalten kommt, wird dafür üblicherweise der Begriff Binge Eating Disorder verwendet. Dabei konsumieren die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln und das Sättigungsgefühl wird von der "Sucht nach Essen" völlig unterdrückt. Im Gegensatz zur Bulimie werden nach dem Essanfall keine Maßnahmen ergriffen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Deshalb geht diese Essstörung längerfristig häufig mit Übergewicht einher.

Übermäßiges Essen kann auch eine Reaktion auf emotional belastende Ereignisse oder Depressionen sein und nicht nur punktuell, sondern über den ganzen Tag verteilt auftreten. Die Betroffenen können ihr Essverhalten nicht steuern und in manchen Fällen ist ihnen auch nicht bewusst, wie viel sie tatsächlich essen. Schweres Übergewicht ist die Folge, insbesondere bei Personen, die eine Veranlagung dazu haben.

Mögliche seelischen Folgen

• Stimmungsschwankungen
• sozialer Rückzug
• Gefühl des Kontrollverlusts und der Scham

Mögliche körperliche Folgen

• Lethargie und Müdigkeit
• überbelastete Muskeln
• Gelenkabbau
• Bluthochdruck
• Prä-Disposition zur Erkrankung an Diabetes mellitus

Folgende psychiatrische Erkrankungen treten oft gemeinsam mit Binge Eating Disorder auf (Komorbidität)

• Depressive Verstimmungen
• Angststörungen
• Persönlichkeitsstörungen