Magersucht (Anorexia nervosa)

Anorexia nervosa ist gemeinhin auch unter dem Namen Magersucht bekannt. Die Erkrankung unterscheidet zwei unterschiedliche Ausprägungen.

Von Anorexia nervosa betroffene Menschen besitzen eine verzerrte Einstellung gegenüber Nahrungsaufnahme, Lebensmitteln und ihrem Körpergewicht. Sie verweigern weitgehend das Essen und schränken die Nahrungszufuhr strikt ein, wodurch ein Gewichtsverlust herbeigeführt wird. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Körperschema-Störung. Der eigene Körper wird verzerrt wahrgenommen und Betroffene erleben starke Ängste vor Gewichtszunahme. Diese wachsen paradoxerweise selbst noch bei tatsächlichem Gewichtsverlust.

Die Erkrankung kann in zwei unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen Einerseits als restriktiver Typ, wobei Erkrankte keine Essanfälle erleiden und auch kein abführendes Verhalten praktizieren. Andererseits kann es im Rahmen der bulimischen Ausprägung bei Betroffenen zu Essanfällen kommen. Teils wird als Ausgleich abführendes Verhalten praktiziert.

Methoden zur Gewichtabnahme sind selbst herbeigeführtes Erbrechen oder Abführen, Aktivitätssteigerung und der Gebrauch von Appetitzüglern. Als Folge kann es bei Frauen zum Ausbleiben der Regelblutung, bei Männern zu Libido- und Potenzverlust kommen. Gefährlich ist der starke Gewichtsverlust, der bis zu lebensbedrohlichen Folgen führen kann. Im längerfristigen Verlauf können Symptomen wie Herzkreislaufprobleme, Blutarmut (Anämien), Störungen der Immunabwehr und hormonelle Störungen auftreten. Es kann aber auch zu psychischen Folgen wie verstärktem sozialer Rückzug, zunehmender Angst- und Depressionsneigung sowie zunehmenden Zwangssymptome kommen.