Unser Verständnis von Essstörungen

Wir gehen davon aus, dass es sich bei Essstörungen um eine komplexe Störungsentwicklung handelt, bei der seelische, biologisch-genetische, familiäre, geschlechtsspezifische, psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zusammen wirken.

Behandlung

Das Behandlungsprogramm muss dementsprechend für jede Klientin und jeden Klienten individuell zusammengestellt werden, daher bieten wir unterschiedliche Therapiemethoden an, die in Abstimmung mit den KlientInnen zum Einsatz kommen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Reflexion der persönlichen Lebenssituation und des soziokulturellen Umfeldes (gesellschaftliche Normen wie Schönheitsideale, Leistungsdruck, Körperkult).

Aus unserem Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen ergibt sich für die Behandlung die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit von PsychotherapeutInnen, FachärztInnen und PsychologInnen in einem Haus.

Regelmäßig stattfindende Teambesprechungen, Supervisionen und Arbeitsgruppen ermöglichen es uns, ein hohes Maß an Professionalität garantieren zu können.

Ganzheitliches Therapiekonzept

Die Besonderheit unseres Instituts liegt in der Kombination von psychotherapeutischer und medizinischer Behandlung und der interdisziplinären Zusammenarbeit von PsychotherapeutInnen, AllgemeinmedizinerInnen, FachärztInnen und PsychologInnen.

Unser Behandlungsziel ist es, die KlientInnen zu unterstützen, Selbstverantwortung zu übernehmen und ein Krankheitsverständnis zu entwickeln. Es sollen Antworten gefunden werden, die dem eigenen Leben, der Selbstentfaltung und der eigenen Körperlichkeit förderlich sind (Selbstkompetenz) sowie das eigene schöpferische und kreative Potential und den ureigensten Lebensentwurf lebbar machen (Selbstakzeptanz, Selbstwert, Selbstbild und Zukunftsbild).

Finanzierung

Das Behandlungsprogramm kann privat (mit Kassenrefundierung) oder auf Vollkosten der Krankenkassen in Anspruch genommen werden. Für Versicherte und Mitversicherte der WGKK, der NÖGKK, der KFA, aller Bundesländer Kassen und der VAEB und SVA der Bauern übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen und nach Maßgabe freier Plätze die gesamten Kosten der Behandlung für bis zu zwei Jahren.

Fallweise übernehmen nach persönlicher Rücksprache der Klientin/des Klienten mit ihrer/seiner Krankenversicherung (teilweise ist auch eine chefärztliche Bewilligung Voraussetzung) auch folgende Krankenkassen die Behandlungskosten: BKK der österreichischen Staatsdruckerei, Austria Tabak, Mondi Business, Paper-Neusiedler, Semperit AG, Wiener Verkehrsbetriebe, VOEST, MA 15 und Deutsche Kassen (AOK).

2 Behandlungsprogramme

Das Institut sowhat verfügt über zwei große Behandlungsprogramme. Eines davon richtet sich an Kinder und Jugendliche, das andere an Erwachsene.

Kinder & Jugendliche

Das Behandlungsprogramm für Kinder und Jugendliche richtet sich an Mädchen und Buben sowie Jugendliche von 10 bis 18 Jahren, die von einer Essstörung betroffen sind.

In einem ersten Gespräch wird geklärt, ob eine Aufnahme in das Programm angemessen und nach Maßgabe freier Plätze möglich ist.

Der Behandlungsrahmen und das Behandlungssetting berücksichtigen die gesetzlichen Regelungen und die besonderen Anforderungen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie die zentrale Bedeutung der Familie für Kinder, indem die Eltern/Bezugspersonen von Anfang an in die Behandlung miteinbezogen werden.

1. Aufnahme


Das Erstgespräch wird von einer Ärztin und einer Psychologin gemeinsam mit dem Kind und einer Vertrauensperson des Kindes, im Idealfall beiden Elternteilen und ev. den älteren Geschwistern durchgeführt. Hier geht es um ein erstes Kennenlernen (Beziehungsaufbau und Vermittlung unseres ganzheitlichen Behandlungsansatzes) sowie um die Erhebung der wichtigsten anamnestischen Daten. Gleichzeitig erfolgt ein erstes Screening (medizinisch und psychologisch), ob die Kriterien für eine ambulante Behandlung erfüllt sind.

Im Anschluss daran wird in der Regel im Dienste einer optimalen Therapieplanung und Behandlungsmotivation eine psychologische Diagnostik durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Erhebung der persönlichen und familiären Ressourcen gelegt.


2. Medizinische Betreuung


- Allgemeinmedizinische Betreuung

Im Zentrum der ersten Phase der medizinischen Betreuung stehen die Abklärung des körperlichen Zustandes und die Aufklärung über mögliche Folgen, Risiken und Begleiterscheinungen von Essstörungen.

Im weiteren Verlauf sind regelmäßige medizinische Kontrolltermine von den PatientInnen verpflichtend wahrzunehmen, um eine optimale medizinische Betreuung gewährleisten zu können.

- Psychiatrische Betreuung

Da es bei Essstörungen u.a. zu depressiven Verstimmungen, zwanghaftem Verhalten oder Schlafstörungen kommen kann, ist oft eine psychiatrische Untersuchung zu Beginn des Behandlungsprogramms notwendig, um entsprechende medikamentöse Begleitung anbieten zu können. Bei Bedarf werden weitere Kontrolltermine vereinbart.


3. Psychotherapeutische Begleitung


Aufgrund unseres Verständnisses von Essstörungen liegt der Schwerpunkt des Behandlungsprogramms auf der Psychotherapie. Sie gibt den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien den Raum, sich mit ihrer Erkrankung, möglichen traumatischen Lebensereignissen und den Begleiterscheinungen einer Essstörung auseinander zu setzen, wie z.B. der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, dem blockierten Zugang zu den eigenen Gefühlen und den Auswirkungen auf Familie, Freundeskreis und Schule.

Psychotherapie wird im Einzel-, Gruppen- oder Familiensetting angeboten und findet in der Regel in einem Abstand von ein bis zwei Wochen statt. Nach Möglichkeit werden die Eltern oder Bezugspersonen intensiv miteinbezogen.

Das Team der PsychotheurapeutInnen von sowhat arbeitet nach verschiedenen gesetzlich anerkannten sowie angrenzenden und verwandten Methoden.

>>> Zu den Therapiemethoden in den origo Gesundheitszentren


4. Abschluss

Im Sinne der internen Qualitätssicherung und zur Abrundung der Behandlung ist ein Abschlussgespräch mit dem behandelnden Team vorgesehen, in dem der Behandlungsverlauf reflektiert wird.

 

 

Erwachsene

Das Behandlungsprogramm für Erwachsene richtet sich an Frauen und Männer ab 18 Jahren, die von einer Essstörung betroffen sind.

In einem ersten Gespräch wird geklärt, ob eine Aufnahme in das Programm angemessen und nach Maßgabe freier Plätze möglich ist. Das Behandlungsprogramm setzt sich aus regelmäßigen Therapiesitzungen und medizinischen Untersuchungen mindestens einmal im Quartal zusammen. Bei Bedarf finden psychiatrische Begleituntersuchungen statt. Derzeit dauert die Behandlung durchschnittlich zwei Jahre.


1. Aufnahme

In einem persönlichen Erstgespräch wird eine sorgfältige Anamnese erhoben. Therapieerwartungen und mögliche Therapieziele der Klientin/des Klienten werden besprochen und ein Therapieplan skizziert (Einzel- oder Gruppentherapie, Therapiemethode).


2. Medizinische Betreuung


- Allgemeinmedizinische Betreuung

Im Zentrum der ersten Phase der medizinischen Betreuung stehen die Abklärung des körperlichen Zustandes und die Aufklärung über mögliche Folgen, Risiken und Begleiterscheinungen von Essstörungen.

Im weiteren Verlauf sind die medizinischen Kontrolltermine von den PatientInnen verpflichtend mindestens einmal im Quartal wahrzunehmen, um eine optimale medizinische Betreuung gewährleisten zu können.

- Psychiatrische Betreuung

Da es bei Essstörungen u. a. zu depressiven Verstimmungen, zwanghaftem Verhalten oder Schlafstörungen kommen kann, ist eine psychiatrische Untersuchung zu Beginn des Behandlungsprogramms notwendig, um entsprechende medikamentöse Begleitung anbieten zu können. Bei Bedarf werden weitere Kontrolltermine vereinbart.


3. Psychotherapeutische Begleitung

Aufgrund unseres Verständnisses von Essstörungen liegt der Schwerpunkt des Behandlungsprogramms auf der Psychotherapie. Sie gibt den Betroffenen den Raum, sich mit ihrer Erkrankung, möglichen traumatischen Lebensereignissen und den Begleiterscheinungen einer Essstörung auseinander zu setzen, wie z.B. dem mangelnden Gespür für den eigenen Körper, dem blockierten Zugang zu den eigenen Gefühlen, Kontaktschwierigkeiten und den Auswirkungen auf die familiäre Situation.

Psychotherapie wird im Einzel- oder Gruppensetting angeboten und findet in der Regel in einem Abstand von ein bis zwei Wochen statt. Das Team der PsychotherapeutInnen von sowhat arbeitet nach verschiedenen gesetzlich anerkannten sowie angrenzenden und verwandten Methoden.

>>> Zu den Therapiemethoden in den origo Gesundheitszentren

4. Abschluss

Im Sinne der internen Qualitätssicherung und zur Abrundung der Behandlung ist ein Abschlussgespräch mit dem behandelnden Team vorgesehen, in dem der Behandlungsverlauf reflektiert wird.